Diese 10 Fehler im Lebenslauf solltest Du vermeiden- wenn Du ein Vorstellungsgespräch willst

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Einen richtig guten Lebenslauf abzuliefern ist keine Raketenwissenschaft. Allerdings gibt es einige Fehler, die trotzdem immer wieder gemacht werden und Absagen nach sich ziehen können. Schade, denn das muss doch nicht sein!

Eine Sache vorab: Ein Lebenslauf ist mehr als eine statische Tabelle! Er will sich jeder neuen Stellenausschreibung anpassen und zeigt schonungslos jedem Leser, wieviel Arbeit in ihn investiert wurde – oder auch nicht. Deswegen nimm‘ Dir bitte diese 10 Punkte zu Herzen, wenn Du Dich das nächste Mal bewirbst:

1. Stelle Deine jobrelevanten Fähigkeiten und Kenntnisse heraus

Die wichtigste Regel ist, dass Du Deinen Lebenslauf für jedes Stellenangebot neu anpassen musst! Daran führt wirklich kein Weg vorbei. Schließlich soll der Lebenslauf zeigen, dass Du für exakt diesen Job qualifiziert bist, die nötigen Erfahrungen mitbringst und alle Anforderungen erfüllst.

Der Empfänger Deiner Bewerbung wird nicht immer die Zeit oder die fachliche Kompetenz haben, sich diese Informationen selber herauszufiltern. Du musst sie ihm ein Stück weit auf dem Silbertablett servieren, damit er sofort erkennt, dass Du für den Job geeignet bist. Beschreibe dafür in Stichworten unter jeder beruflichen Station, was Du genau in diesem Job gemacht, gelernt und erreicht hast. Behalte dabei immer im Blick, welche zurückliegenden Erfahrungen für die neue Aufgabe relevant sein könnten.

2. Übersichtlichkeit und Lesbarkeit

Es geht nicht darum, möglichst viel zu schreiben oder ein möglichst tolles Layout zu haben – sondern das, was da ist, gut aufzubereiten und so zu präsentieren, dass die Informationen schnell erfassbar sind. Das bedeutet, dass Du gegebenenfalls lieber einige irrelevante Informationen weglassen solltest, als auf sechs Seiten ins Detail zu gehen. Dein Lebenslauf sollte nicht mehr als zwei bis drei Seiten umfassen – es sei denn, Du bewirbst Dich als Geschäftsführer bei einem DAX-Konzern.

Um Dein Dokument so lesbar wie möglich zu machen, kannst Du jedes überflüssige Textzeichen weglassen und Dich wirklich bei jedem Wort fragen, ob es eine Daseinsberechtigung hat. Versuche, Dein Layout so clean wie möglich zu halten, damit das Auge des Empfänger die Informationen, die Du gibst, zügig erfassen kann.

3. Soft Skills sind gefragt wie nie

Die Sache hat nur einen Haken: Stumpf aufgezählt sind sie einfach nur langweilig und nicht mehr als eine Behauptung. Aber auch falsche Bescheidenheit ist nicht angebracht, wie zum Beispiel Soft Skills ganz wegzulassen.

Aber wie kommst Du aus diesem Dilemma wieder heraus? Gar nicht schwer: Binde Deine Soft Skills in die Beschreibung Deiner beruflichen Stationen oder Projekterfahrungen ein: „Erfolgreiche Einführung virtueller Meetings zur Koordination von 10 deutschen Niederlassungen“.

Das ist nachvollziehbarer und interessanter als „Meine Stärken liegen in der Organisation und Kommunikation“. Das klingt nach Eigenlob und ist nicht greifbar. Koppelst Du Deine Stärken aber an konkrete Aufgaben, wie oben im Beispiel, zündest Du einen „Aha-Effekt“. Und das ist genau das, was Du erreichen willst!

4. Ehrenamt und außerberufliche Erfahrungen

In 2019 waren nach Angabe des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend rund 12 Millionen Menschen in Deutschland ehrenamtlich tätig. Besonders Frauen übernehmen in ihrer Freizeit häufig gemeinnützige Aufgaben.

Bei der Aufführung dieser Tätigkeiten im Lebenslauf geht es nicht in erster Linie darum, herauszustellen, dass Du ein besserer Mensch bist. Aber Ehrenämter und andere nicht-bezahlte Aufgaben bringen fast immer relevante Erfahrungen und Kenntnisse mit sich, die für einen Arbeitgeber interessant sein können. Und sie sagen etwas über Deine Persönlichkeit und Deine Werte aus. Daher darfst Du sie gerne teilen.

5. Hobbys, wenn sie Sinn machen

Das gleiche gilt übrigens auch für Hobbys, wie zum Beispiel Marathon laufen. Dadurch hast Du wahrscheinlich Durchhaltevermögen und eine hohe Frustrationstoleranz – und bist nicht bei der ersten Schwierigkeit wieder weg. Sehr interessant für einen potenziellen Arbeitgeber.

Auch Hobbys sagen also etwas über Dich aus – aber nur, wenn es echte Hobbys sind. Fahrradfahren, Lesen und Schwimmen sind Freizeittätigkeiten, die jeder irgendwie macht. Sie sagen über Dich allenfalls aus, dass Du keine besonderen Interessen hast und dann kannst Du sie besser weglassen.

Wenn Du in der Vergangenheit beispielsweise Leistungssport gemacht hast oder ein interessantes Hobby, für das Du Dich auch heute noch interessierst, dann schreibe es ruhig mit hinein, denn das hat Dich sicher nachhaltig geprägt und ist daher auch heute noch relevant.

6. Lückenlos, aber wahrheitsgemäß

Ein Lebenslauf sollte strukturiert sein und in der zeitlichen Abfolge möglichst keine Lücken aufweisen. Eine Gliederung sollte zum Beispiel so aussehen:

  • Berufserfahrung
  • Ausbildung  (Ausbildung, Studium, Schulbildung)
  • Weiterbildung oder Zusatzqualifikationen
  • Kenntnisse
  • Interessen

Gebe Zeiträume in Monaten und Jahren an und wenn es doch einmal eine Lücke in der Auflistung gibt, beschreibe, was Du in dieser Zeit gemacht hast. Nur verschweigen und weglassen ist keine gute Idee, denn dann fangen die Spekulationen beim Empfänger an, die Dir vielleicht eine Absage bescheren.

Neuorientierungsphasen können Persönlichkeit und Soft Skills ebenso stärken wie eine längere Krankheit, eine Elternzeit oder eine Auszeit. Und dazu kannst Du ruhig stehen. Eine entsprechend gute Argumentation hilft Dir natürlich.

7. So lang wie nötig, so kurz wie möglich

Du hast weniger als zehn Jahre Berufserfahrung? Dann reicht eine Seite aus. Na gut, von mir aus zwei. Aber Du siehst, worauf ich hinaus will: Weniger ist meistens mehr.

Es geht nicht darum, möglichst viel zu schreiben und Deinen Lebenslauf künstlich in die Länge zu ziehen oder darum, jeden Handgriff aufzuführen, den Du je gemacht hast. Stattdessen geht es darum, das Wesentliche herauszustellen und es dem Empfänger leicht zu machen, Deine Eignung für den Job zu erkennen. Ab drei Seiten wird das langsam schwierig und sagt im Zweifel über Dich aus, dass Du nicht auf den Punkt kommen kannst.

8. Konzentriere Dich auf das, was zählt

Praktika während der Schulzeit? Uninteressant, wenn Du länger als zehn Jahre aus der Schule raus bist und das Praktikum nichts mit dem Job, auf den Du Dich bewirbst zu tun hast. 20 Weiterbildungen, Seminare und Vorträge, von denen nur drei für den Job relevant sind?

Je länger die Erfahrung zurückliegt und je irrelevanter sie für die aktuelle Stellenbeschreibung ist, desto sinnvoller ist es, den Fokus darauf herunterzufahren oder sie ganz wegzulassen.

9. Elternzeit im Lebenslauf

Vermerke sie, denn sie gehört zu Deinem Leben dazu, genauso wie Deine Kinder. Nicht vermerken musst Du sie, wenn sie kürzer war als das Arbeitsverhältnis in der Du sie genommen hast. Wenn Du also beispielsweise zehn Jahre in einem Unternehmen angestellt warst und davon zwei Jahre in Elternzeit warst, musst Du sie im Lebenslauf nicht zwingend erwähnen.

Kinder und Elternzeiten weglassen? Klar, kannst Du machen, wenn Du Dich damit wohler fühlst. Denke aber daran: Spätestens im Vorstellungsgespräch kommen die Karten auf den Tisch und wenn Du in einem Alter bist, in dem Du theoretisch noch Kinder bekommen kannst, dann vermutet der Empfänger im Zweifel, dass die Familienplanung noch ansteht – wenn Du eine Frau bist.

Warum also nicht gleich mit offenen Karten spielen und praktischerweise die Unternehmen aussieben, die mit Elternzeit, Kindern und Familie ein Thema haben? Vielleicht willst Du da gar nicht arbeiten?

10. Kontaktdaten und Unterschrift

Deine privaten Kontaktdaten gehören auf jede (!) Seite Deines Lebenslaufs: Name, Anschrift, Telefonnummer und E-Mail Adresse. Am besten als Kopf- oder Fußzeile. Setze unter Deinen Lebenslauf unbedingt Ort und Datum sowie Deine Unterschrift.

Hast Du alles noch einmal und noch einmal auf Rechtschreibfehler kontrolliert? Eine Nacht darüber geschlafen und noch einmal gelesen? Jemanden drüber schauen lassen? Dann kann eigentlich nichts mehr schief gehen und Du kannst Dich direkt Deinem individuellen Anschreiben zuwenden.

Eine Kundin stellte kürzlich überrascht fest: „Eine richtig gute Bewerbung ist ja wirklich viel Arbeit!“ Ja, so ist es! Deswegen investierst Du idealerweise auch nur die Zeit, wenn Du eine Position und ein Unternehmen wirklich interessant findest und Dir vorstellen kannst, dort zu arbeiten. Für halbe Sachen lohnt sich der Aufwand tatsächlich nicht.

Viel Erfolg bei Deiner nächsten Bewerbung!

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