Wie Du erfolgreich bist, ohne perfekt sein zu müssen

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Um gleich mal mit dem „nicht perfekt sein“ anzufangen: vor längerer Zeit erhielt ich die E-Mail einer Leserin, die mich darauf aufmerksam machte, dass ich in meinen Newslettern regelmäßig ein bestimmtes Wort falsch schreibe.

Sie entschuldigte sich vielmals für ihre Berichtigung, aber ich nahm es ihr nicht übel. Die deutsche Rechtschreibung sollte man schon beherrschen, wenn man als Beraterin in Sachen Bewerbungen unterwegs ist, das finde ich selber auch! Aber weißt Du was? Ich bin nicht perfekt und ich mache trotzdem. oder gerade deswegen einfach immer weiter. Warum mir das ganz leicht fällt, kann ich hoffentlich gleich aufklären.

Heute soll es nämlich genau darum gehen: wie Du erfolgreich bist, WEIL Du nicht perfekt bist – und nicht, OBWOHL Du nicht perfekt bist. Und was heißt „perfekt sein“ überhaupt?

Perfekt sein heißT, angepasst sein wollen

Wie soll man sich also damit abfinden, nicht perfekt zu sein, wenn das doch anscheinend in der Arbeitswelt gefragt ist? Wenn es immer jemanden gibt, der oder die besser sind oder zumindest etwas an Dir und Deiner Arbeit auszusetzen haben? Wenn Du Dich im Vergleich mit anderen immer wieder fragst: bin ich wirklich gut genug? Kann ich da mithalten? Was ist, wenn ich einen Fehler mache? Oh Gott, was ist, wenn ich SCHON WIEDER einen Fehler mache?

Optimaler Nährboden für Selbstzweifel, Unsicherheiten, Ängste, Sorgen, Nöte oder sogar Schlimmeres. Aber wo kommt das alles her? Dieser Wunsch, immer besser sein zu wollen, als man gerade ist und sich selber oft nicht gut genug zu fühlen?

Es ist so einfach wie unfassbar: wir Menschen sind „Herdentiere“.. Evolutionär gesehen waren wir schon immer auf die Akzeptanz der Gruppe angewiesen, die uns Schutz und das nackte Überleben gesichert hat. Auf diese Akzeptanz wollen wir heute immer noch nicht so ganz verzichten – auch, wenn es schon längst nicht mehr um das nackte Überleben geht!

Das Problem dabei ist, dass unsere Vergleichsgruppe mittlerweile so groß ist, dass wir nur verlieren können, wenn wir allen Anforderungen gerecht werden wollen. Neben unseren persönlichen Kontakten sind es Kollegen, Vorgesetzte, Nachbarn, Bekannte und womöglich auch noch Social Media Profile, mit denen wir uns vergleichen, um ja nicht von der Gruppe ausgestoßen zu werden.

Dabei gehören zu der Gruppe, die für Dich wirklich wichtig ist, nur Du selber und die Menschen, die Dir am allernächsten stehen. Nur sie sind unmittelbar wichtig für Dich und für Dich da, wenn es darauf ankommt! Und für diese Gruppe musst Du nicht perfekt und angepasst sein. Das ist das Verrückte! Es zählen eigentlich nur die Menschen, bei denen Du Du selbst sein kannst.

Es ist also an der Zeit, ein paar Ur-Ängste loszulassen und Dir darüber bewusst zu werden, worauf es wirklich ankommt.

Was besser ist als perfektion

Eine Kundin, nennen wir sie Nina, war eine Runde weiter gekommen im Auswahlverfahren für einen tollen Job in einem Unternehmen, in dem sie zu der Zeit nur in Teilzeit und befristet angestellt war. Das Unternehmen erhielt sehr viele Bewerbungen auf die Position, weil es ein wirklich attraktives, bekanntes Unternehmen in der Umgebung war.

Aus Lebenslaufsicht gesprochen hatte Nina keine Chance und sie war sich darüber auch sehr bewusst. Es war klar, dass es „perfektere“ Kandidaten für diesen Job geben würde. Aber sie hatte einen entscheidenden Vorteil: ihre eigene Geschichte und was sie daraus gemacht hatte.

Sie kam als Mutter eines Kindes mit besonderen Bedürfnissen in das Unternehmen, als eine Position dringend sehr kurzfristig besetzt werden musste. In dieser Position gab sie das, was sie geben konnte – genau wie zuhause. Sie blieb dabei sie selber, weil sie ihr Ziel immer klar vor Augen hatte: Arbeiten gehen, Arbeit behalten, um den Unterhalt für sich und das Kind zu sichern, pünktlich nach Hause gehen, um für das Kind da zu sein und sich selber bei den Anforderungen nicht aus dem Blick zu verlieren. Denn das war ihr glücklicherweise sehr wichtig.

Nina hatte keine Zeit, sich zu vergleichen oder Fehler zu hoch aufzuhängen. Das Ziel war größer. Und so gab sie einfach das, was sie geben konnte.

Vor ihrem persönlichen Vorstellungsgespräch sagte Nina zu mir: „Ich gehe in das Gespräch mit der Gewissheit, dass ich diesen Job gut erfüllen kann und gut erfüllen möchte – und mit der radikalen Akzeptanz meiner Geschichte. Alles andere liegt nicht in meiner Hand.“

Ich war sehr beeindruckt von ihrer Klarheit und mir wurde bewusst, dass es nicht auf Perfektion ankommt, auf den perfekten Lebenslauf oder auf Fehlerlosigkeit in der Arbeit oder im Leben. Der Moment, in dem Du Dich, Deine Geschichte, Deinen Lebenslauf, Deine Herkunft, Deine „Fehler“, akzeptierst, ist der Moment, in dem Du Deinen Blick nach vorne richtest, die Ärmel hochkrempelst und anfängst, daran zu arbeiten, nach Deinen eigenen Maßstäben erfolgreich zu sein.

Vieles fügt sich von da an selber, weil der Druck weg ist, etwas sein zu müssen, was Du nicht bist – und vielleicht gar nicht sein möchtest. Weil Du so erfrischend authentisch bist, was auch die anderen merken – und es respektieren.

Mich erreichte von einem Kunden die Frage: „Wie kann ich unter Druck/Stress gewissenhaft arbeiten? Mir fällt auf, dass ich immer mal wieder Dinge vergesse.“

Mache Dir bewusst, dass Du Dir den Druck und den Stress selber machst. Es gibt keinen echten Druck von außen, Du nimmst ihn nur als solchen wahr und reagierst darauf mit Stresssymptomen. Die können dazu führen, dass Du Fehler machst, weil Du verkrampft versuchst, sie zu vermeiden. Fokussiere Dich einfach darauf, was gemacht werden muss und warum. Welches Ziel willst Du erreichen?

Und, ehrlich gesagt, machmal hilft es auch einfach, sich Aufgaben aufzuschreiben und sie Stück für Stück abzuarbeiten wie eine Einkaufsliste. Vielleicht steckt gar nicht mehr dahinter als das?

„Verbringe die Zeit nicht mit der Suche nach einem Hindernis,
vielleicht ist keins da.“
Franz Kafka

P.S. Und Nina? Sie hat den Job!

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