#03 –Anschreiben in der Bewerbung – brauchst Du das, oder kann das weg?

Shownotes

Deine Motivation in die richtigen Worte fassen zu müssen ist Dir ein Gräuel und Du zweifelst an der Sinnhaftigkeit eines Anschreibens? Wir beleuchten das Thema von allen Seiten, zeigen Dir vielleicht ganz neue Perspektiven auf – und diskutieren über Dos und Don’ts.

Inhalt der Folge

Anschreiben Ist das gut oder kann das weg? Ein Thema, was im Bewerbungsprozess immer wieder ganz weit oben auf der Liste steht, der Fragen, die Bewerber und Kandidaten haben. Deswegen steigen wir hier heute ein. Darüber hinaus erfährst du, was Ina Müller mit unserer ersten Folge zu tun hatte im Podcast und lernst unseren ganz neuen Disclaimer kennen. Viel Spaß beim Zuhören.

Stehst du vor einer beruflichen Herausforderung und fragst dich, wie dein nächster Schritt aussehen kann? Dann ist unser Podcast Karriere geht auch anders genau das Richtige für dich. In jeder Folge erhältst du effektive Strategien und zünden die Ideen, wie du deinen nächsten Karriereschritt in die eigene Hand nehmen kannst. Selbstbestimmt und mit Leichtigkeit.

Herzlich willkommen in unserer dritten Folge von dem Podcast. Karriere geht auch anders. Neben mir sitzt Cathrin Eggers und ich bin Laura Fritz Wilder und wir sitzen hier an unserem großen Holztisch am Factory Campus in Düsseldorf und werden heute über das Thema Anschreiben – Ist das gut oder kann das weg sprechen? Und ja, ich bin schon ganz gespannt, was als erstes kommt.

Aber als erstes kommt der Disclaimer. Tatsächlich habe ich bis jetzt immer vergessen. Aber ich finde einfach nochmal wichtig zu sagen bei all dem, was wir hier besprechen, alle Erfahrungen, die wir teilen, die auch wirklich aus dem Leben kommt und wir uns nicht ausgedacht oder einfach nur angelesen haben, muss man doch einmal ganz klar sagen wir haben die Weisheit auch nicht mit Löffeln gefressen, wie das so schön neudeutsch heißt oder aber auch die Weisheit gepachtet. Wir teilen einfach wirklich das, was wir erfahren haben in unserer Berufslaufbahn, in unseren Aufgaben, jetzt auch gerade in den letzten Jahren als Rekrutinnen und hoffen, dass wir damit ein bisschen weiterhelfen können. Aber natürlich hat all das, was wir sagen, kein Anspruch auf einzige und ausschließliche Wahrheit, sondern ist nur unsere eigene Ansicht, sind unsere eigenen Erfahrungen.

Es ist halt durch unsere Brille und durch unsere Färbungen auch gegangen. Also unsere Interpretation und wir sind da auch absolut natürlich tolerant genug, um Meinungen links und rechts zuzulassen.

Auch wenn das vielleicht manchmal nicht so klingt, weil wir immer so überzeugt sind, in dem, was wir sagen. Natürlich aus unserer Brille, aber nicht allgemeingültig. Das war uns nochmal wichtig.

Genau. Und ich finde auch, dass Meinungen auch im Laufe der Zeit sich nochmal wandeln und ändern dürfen. Und da sind wir eigentlich auch schon an dem Punkt, worum es heute gehen darf, nämlich das Anschreiben bzw. Motivationsschreiben. Und ich kam aus einer ganz anderen Ecke. Muss ich wirklich an dieser Stelle zugeben. Und im Laufe der Zeit und vor allem in der Zusammenarbeit mit Kathrin hat sich da schon einiges dran geändert.

Ja, ich sehe doch nochmal, ich erinnere mich nur noch vage, weil es schon so lange her als unsere unser erstes Gespräch zu dem Thema anschreiben und erzählt doch vielleicht einmal, falls du es noch weißt, was damals ja deine dann dein Background war in Bezug auf die Frage – Braucht man das? Braucht man das nicht? Ist es wichtig? Ist es nicht wichtig? Wo kommst du her?

Ja, mein Background ist natürlich von der Unternehmensseite. Ich habe ja in Personalabteilungen gearbeitet und ich gehe da mal ganz kurz in mein allererstes Praktikum, was ich damals in einem großen Konzern gemacht habe. In der Personalabteilung nicht wissen, wo ich überhaupt mal hin möchte und dachte Na ja, da kann ich mir dann alle möglichen Abteilungen anschauen und hab dann so einen Einblick und weiß dann, was ich nach dem Studium machen möchte. Und während dieser Sommermonate in meinem Praktikum hatte ich dann die Aufgabe, 100 eingegangene Bewerbungen durch zu screenen und vor zu selektieren. Es ging um eine Einstiegsposition im Produktmanagement oder so. Hier war etwas, was ganz attraktiv war, scheinbar für viele Absolventen und ich hatte diesen Stapel von 100 damals noch ausgedruckten Lebensläufen und Anschreiben vor mir und musste das irgendwie auf maximal 10 reduzieren. Also war das quasi das Übel, dass ich dieses ganze Papier Monstrum da durch ackern musste. Und dann schaut man als Personaler natürlich nur da drauf. Auf die harten Fakten muss ich sagen – Was kann man aussortieren? Und das war ein Fehler im Lebenslauf. Schlechte Formatierung, nicht passender Studiengang und und und. Ich habe ehrlicherweise nicht eins der Motivationsschreiben oder Anschreiben gelesen, weil ich schlichtweg nur Lebensläufe gescreent habe. Ich hatte nicht die Zeit, um das alles zu lesen. Im Laufe der Zeit habe ich andere Positionen natürlich auch gehabt, wo vielleicht dann der Ansturm der Kandidaten nicht mehr so groß war. Und man musste sich die Bewerbungen, die eingegangen waren, wirklich auch sehr genau anschauen. Und hier gab es eine Position bei einem Fahrrad Startup – Scale up. Das ist mir auch sehr in Erinnerung geblieben.

Da kannten wir uns auch schon.

Ja, da kannten wir uns schon. Da war ich auch schon selbstständig. Aber ich habe als Interim Recruiter dort eine Zeit lang unterstützt. Und da ist mir aufgefallen, dass gerade dieses Thema Fahrrad etwas in Menschen ausgelöst hat und sich auch Menschen angesprochen gefühlt haben durch die Ausschreibung, die eine große Leidenschaft für das Thema Fahrrad hatten und das auch in Motivationsschreiben oder Anschreiben verpacken konnten. Und das hat mich total beeindruckt, dass manche mich einfach mit ihrem Witz, den sie da rein gebracht haben, der Persönlichkeit dieser Begeisterung, den die Leute über dieses Schreiben auch ausdrücken konnten. Das hat mich mitgerissen und darum hab ich die ein oder andere Person gesprochen, die eigentlich auf Basis des Lebenslaufes gar nicht so gepasst hätte, auf den ersten Blick. Aber, auf Grund dieser ganzen Aufmachung und der Mühe und dieser Persönlichkeit, die sie da transportiert haben. Da wären wir gesagt hat die Person möchte ich kennenlernen. So, und da kam so das erste kleine Umdenken, muss ich sagen. Was auch das Thema Anschreiben angeht.

Ja, wie schön. Weil genau das natürlich der Punkt ist oder der Hintergrund wo ich herkomme sozusagen diese Überzeugung, dass wenn du in einem Motivationsschreiben deswegen nenne ich es lieber Motivationsschreiben als Anschreiben! Deine Motivation vernünftig kommuniziert und die Dinge auf den Punkt bringt, die der Personaler hören muss, um zu verstehen, dass du die richtige Person bist für diesen Job, dann hat das sein Dasein Wert. Und dann kann man darauf eigentlich auch nicht verzichten. Besonders dann, wenn man allein vom Lebenslauf eben nicht hundertprozentig auf die Position passt, sondern es einige Phantasie vielleicht erfordert, um zu verstehen, warum du im Kopf vielleicht selber diese diesen Transkript machst von von deinem bisherigen Werdegang auf die neue Position. Da mag eine Geschichte für dich einen grund, eine Sinn hinter stecken. Aber genau den gilt es eben raus zu filtern und quasi auf dem Silbertablett über dieses Motivationsschreiben dem Unternehmen, dem Personaler zu präsentieren. Sonst versteht er unter Umständen nicht, warum das Sinn machen kann, dich überhaupt nur einzuladen. Und ich glaube, genau daran scheitert, dass viele, oder ich will nochmal einen Punkt eigentlich vorziehen, denn immer wieder lese ich so viele Nachrichten im Netz gegen das Thema Anschreiben. Warum macht man das überhaupt noch? Das ist doch total veraltet. Das braucht man doch nicht mehr. Warum muss man das überhaupt machen? Ich bin auch dagegen. Und ich lese das sowieso nicht. Ich bin Personalerin. Das sind so Meinungen, die ich immer und überall wieder lese, wenn es um das Thema Anschreiben geht. Und ich bin dann immer so ein kleines bisschen frustriert und ich freue mich wahnsinnig, dass wir heute hier diese Bühne für das Thema haben. Denn ganz oft kommen eben diese Nachrichten entweder von Recruiter, die vielleicht mit einer ganz anderen Herangehensweise an den Arbeitgebermarke oder an den Entschuldigung an den Arbeitnehmermarkt rangehen, nämlich proaktiv, indem sie sich nämlich Kandidaten suchen, die sowieso hundertprozentig auf eine Position passen. Das machen wir ja durchaus auch.

Genau. Und wo es eigentlich darum geht, den den Kandidaten zu begeistern und wachzurütteln. Ist genau andersherum. Da hat man ja vielleicht auch als Bewerber nicht die Pflicht, um etwas zu schreiben, sondern man wird eingeladen zum Gespräch.

Also es ist eine ganz andere Voraussetzung. Natürlich sagt dann ein Recruiter her, ich brauche das nicht, aber ich suche mir sowieso die Kandidaten am Markt aus.

Oder? Es ist halt auch die Position, die ich damals hatte in der Personalabteilung, in House. Das ist einfach nochmal ein extra Arbeitsschritt ist, all das lesen zu müssen. Das ist vielleicht aus der eigenen Brille gedacht.

Aber welche Unternehmen haben denn überhaupt? Sind denn in dieser Position, dass sie so viele Bewerber haben?

Das stimmt.

Dass sie da Zeit Schwierigkeiten haben, das sind doch eigentlich die Unternehmen, die großen bekannten Unternehmen, wo sowieso jeder arbeiten will, die sich aussuchen können, wen sie einstellen. Und natürlich ist es da schwieriger zu überzeugen mit einem Anschreiben. Aber denken wir doch mal an all die anderen Firmen, die nicht in erster Reihe stehen und wo die Bewerber eben nicht in der Schlange vor der Tür stehen, die durchaus noch auch links und rechts gucken können und vielleicht sogar müssen.

Und eben hier genau diese, ich sag mal die Silbertablett. Gefragt ist diese Extrameile, um zu zeigen Warum bist du die richtige Person für den Job, auch wenn du auf den ersten Blick vielleicht woanders her kommst? 

Das stimmt. Also ich glaube, man muss hier einfach unterscheiden. Bewirbt man sich bei einem Personalvermittler, weil man eine Stelle extern im Netz gefunden hat. Da kann man vielleicht ein Anschreiben in der Regel etwas kürzer fassen und vielleicht auch erst einmal ein um ein persönliches Gespräch bitten und dann im zweiten Schritt vielleicht gemeinsam mit dem Personalvermittler ein Anschreiben für das Unternehmen, bei dem man sich dann direkt bewerben möchte oder durch den Recruiter bewerben möchte. Oder ist das ein Unternehmen, was man direkt anspricht? Was hat direkt eine Position ausgeschrieben hat? Ja, also ich glaube, da muss man einfach ein Stück weit auch drin differenzieren, differenzieren genau.

So das ist jetzt erstmal die Grundsatzfrage brauchen was? Ich glaube, wir sind jetzt soweit zu sagen natürlich, es macht nicht in jeder Situation Sinn, sich da viel Arbeit zu machen, aber auf der anderen Seite lohnt es sich doch immer wieder zu überlegen, macht es nicht vielleicht doch Sinn?!

Genau, also es im Markt durchaus tendenzen die dahin gehen das Unternehmen sagen – wir schaffen das Anschreiben ab weil wir wollen eigentlich die Hürde für einen Bewerber so niedrig wie möglich machen und eigentlich eine zwei click bewerbung ermöglichen. Sprich ich habe irgendwo eine Stellenausschreibung gesehen und innerhalb von zwei Clicks habe ich meinen Lebenslauf zu dem Unternehmen übermittelt. Das ist so das non plus ultra an kürzestem Wege. Warum machen Unternehmen das? Weil Sie den Funnel, den Trichter, an Kandidaten so groß wie möglich aufspannen möchten. Darum wird in solchen Fällen manchmal es auch einfach ermöglicht um sich mit seinem LinkedIn oder Xing Profil direkt zu bewerben, ohne einen Lebenslauf auch übermitteln zu müssen.

Das kann eine strategische Entscheidung eines Unternehmens natürlich sein. Und gleichzeitig kann man dort immer auch gucken, kann ich irgendwo noch eine Nachricht mit zu fügen, um heraus zu stechen, von all denen die vielleicht nur das Profil übermittelt haben.

Ich glaube ja, dass das auch eher größere Unternehmen sind oder welche die mit KI, mit künstlicher Intelligenz, mit Algorithmen arbeiten, die Ihnen dann helfen bei all diesen viele vielen Bewerbungen die erstmal ungefiltert reinkommen, automatisch dann raus zu filtern wer eben passen kann. Und das ist natürlich aus meiner Sicht eine Herausforderung zumindest einmal, weil die persönliche Note schwerlich gefiltert werden kann und wenn man schlicht auf den Lebenslauf bewertet wird, wird dabei herauskommen das man als Quereinsteiger quais keine Chance hat auf die Position. 

Ja. Im Umkehrschluss sagt das aber natürlich auch etwas über das Unternehmen selber aus, ne? Dass das Unternehmen davon ausgeht das Sie ein 1 zu 1 Matching von Erfahrung zu den Anforderungen voraussetzen, weil sonst kann man das auf diese Art und Weise nicht machen. Genau. Da ist dann die Frage, ist man da überhaupt richtig, ne?!

Weil das ist ja immer der Umkehrschluss für einen selber, was heißt das denn für mich dann auch? Ist das ein Unternehmen wo ich überhaupt hin möchte?

Genau. Wo eben nicht die Softskills, die Empathie, die Persönlichkeit im ersten Schritt so viel wiegt. Und da gibt es natürlich die Unternehmen die damit werben, und ich will da jetzt nichts sagen, ich habe auch mal bei einem solchen Unternehmen gearbeitet und dieser hat es zu einem späteren Zeitpunkt erst abgeschafft und ich will jetzt auch nicht verraten wer es ist, aber tatsächlich hat er das Anschreiben abgeschafft und es wurde sehr groß in die Presse getragen und auch beklatscht, hat dann aber eingeführt so eine Drei Fragen – Gamification Bewerbungsprozess, dass man dafür dann verschiedene Fragen zu meinem Background, zu seinem Leben, zu seinen Zielen formulieren muss. Wo ich natürlich sage, es ist geschickt werblich zu nutzen, wir schaffen das ab, wir machen es euch leicht, auf der anderen Seite, eigentlich machen wir es noch schwerer weil jetzt schreibt auf ein Blatt Papier quasi nicht mal mehr einen Brief sondern ein Essay über dich als Person, ne?! Das muss man auch mal kritisch hinterleuchten. Das positive am Anschreiben, es ist ja immer noch eine Briefform, du sprichst jemanden persönlich an und bist einfach nett und freundlich und versuchst zu vermitteln warum du glaubst ein Match zu sein.

Genau. Ich wollte gerade sagen, neben den Unternehmen die das abgeschafft haben gibt es natürlich immer noch eine große Anzahl an Unternehmen die weiterhin auf ein Anschreiben wert legen und da auch wirklich nachschauen und denen das wichtig ist. Vielleicht machen wir mal den Schwenk ganz kurz m warum finden viele Leute denn ein Anschreiben so schwierig – und ich kann mich da anschließen – warum weil ich hab wahnsinnige Angst vor einem weißen Blatt Papier. Nichts schlimmer als einfach drauf los schreiben zu müssen, warum will ich denn hier arbeiten und gleichzeitig, glaube ich, ist es das größte Geschenk was man auch einem Kandidaten machen kann. Weil man sich auch dann erstmal wirklich damit auseinander setzten muss, warum möchte ich bei dem Unternehmen arbeiten? Warum denke ich ,dass die Stelle zu mir passt? Was bringe ich mit um diese Stelle auszufüllen? Und wie viel Begeisterung habe ich und wieviel bin ich bereit auch im Vorfeld gedanken drum zu machen, ob es diesen Match gibt von meiner seite her? und ich den auch noch verbalisieren und in gute Worte fassen kann. Aber Schreiben ist so ne Kunst, das weiß ich selber auch, man muss sich da vielleicht so ein bisschen überwinden und das auch sicherlich das ein oder andere Mal üben. Aber die eigentliche Frage die dahinter steckt ist natur auch, wie motiviert bin ich denn da arbeiten zu wollen? Und wenn man hier sein Standardanschreiben rausholt, das man schon an zehn andere Unternehmen geschickt hat, wie begeistert kommt es denn dann rüber? 

Ja, naja, ich kann mich da gut in Bewerber reinversetzten die sagen, ja was soll ich dem denn noch zufügen, da steht doch alles drin? Ja, manchmal sind die Fakten dann alle transportiert, aber das Herzblut schwingt nicht mit und ich glaube das ist der ganz große Unterschied. Und das ist vielleicht auch die Kunst, deswegen wollte ich die Folge eigentlich ursprünglich nennen – Ist das Kunst oder kann das weg?!

Wir fanden das nur zu flapsig, und vielleicht verstehst du das dann im ersten Schritt nicht, aber um das zu erklären tatsächlich, eine Kunst in Worte zu fassen, was dich tatsächlich bewegt und was du glaubst eben mitzubringen, was dich für die Position befähigt. Ja, also die Mischung aus Motivation und Erfahrung  so zu ver kommunizieren, dass es auch beim Empfänger ankommt. Ja, das ist ne Kunst! Ja das muss man Trainieren oder jemanden um Hilfe bitten. Ich glaube das es das wirklich ist, oder man muss es richtig fühlen, an der Stelle passt es vielleicht gerade ganz gut hatte ich mit überlegt, vor zwei bis drei wochen hatte ich aufgeräumt und ablage macht, und nach zehn jahren darf man die Unterlagen ja immer wegwerfen und habe alte Sachen durchgeguckt und habe dabei tatsächlich mein Anschreiben gefunden mit dem ich nach der Elternzeit eine ganz tolle Position damals als Teamassistentin bekommen habe in einem Konzern, in einem großen Unternehmen, wo ich wirklich gefühlt habe, das ist der Job der in diesem Moment richtig ist, das war nicht ganz einfach, weil in diesem Konzern natürlich, A hat der viele Bewerber, auch in Teilzeit viele Interne die sicherlich in Teilzeit hätten zurückkommen wollen, aber ich hatte mit diesem Anschreiben den Job bekommen und das besondere daran war, das als ich das Anschreiben geschrieben habe war ich ja noch nicht so erfahren mit dem schreiben an sich, hatte ich noch keinen Blog. Ich hatte zwar mal Deutsch Leistungskurs vor vielen Jahren, aber das war nicht so relevant und nicht mehr so aktiv in dem Moment. Vor Allem auch nach der Elternzeit, die ich voll genommen hatte und das heißt ich kam tatsächlich aus drei Jahren Elternzeit, aus dem nichts quasi und hab gefühlt als ich die Bewerbung schrieb, ich werde diesen Job kriegen, ich wusste das. Ich hab gedacht, wen sollen die sonst einstellen und ich glaube mit dieser einstellung klappt es vielleicht nicht immer, aber du erhöhst einfach die Chancen massiv.

Was wolltest du denn gerade sagen?

Bin ich abgekommen? Ich hab überlegt es wäre doch mal eine schöne Sache, was man sich bei uns auf der Webseite herunterladen kann, als kleines Dankeschön wenn du dich beim Newsletter anmeldest, mit dem wir dich ab und zu mal auf dem Laufenden halten was wir hier so machen, über neue Podcast Folgen, in die ShowNotes packen wir den Link zu unserem Newsletter und als Dankeschön erhältst du dann mein Anschreiben von damals.

Das Hammer Anschreiben von Cathrin von damals.

Die Erwartungen hängen hoch, ich weiß. Ich stehe aber immer noch dahinter. Das war jetzt keine riesen Position mit mega Verantwortung…

Aber es war dein richtiger Einstieg nach der Elternzeit und ob das groß oder nicht ist, das ist ja deine Wertung da drin, aber das Wichtige war für dich das du wieder einsteigen kannst und auch das Gefühl hast, hey, ich hab hier meinen Platz am Arbeitsmarkt. Das ist ja für viele die aus der Elternzeit raus wieder in die Arbeitswelt rein kommen auch echt eine Hürde manchmal.

Ja. Und dazu kommt natürlich auch, dass das ein Job war mit sehr sehr großer Konkurrenz, in Hamburg und in einem sehr beliebten und bekannten Konzern, und deshalb darf das, glaube ich, auch als gutes Beispiel gelten. Und vielleicht gehen wir auch noch einmal ganz kurz ein auf das Thema Inhalt. Was heißt das denn jetzt überhaupt? Was steht denn da eigentlich drin?

Ich muss ganz ehrlich zugeben, ich habe mich ganz oft drum herum gedrückt und habe es geschafft nicht wirklich viel schreiben zu müssen.

Ja auch ne Kunst.

Ja, ist auch ne Kunst klar, aber darum muss ich den Ball jetzt an dieser Stelle an dich spielen. Was steht da drin?

Wir werden jetzt nicht jedes Detail und für alle Fälle teilen können, aber eine Sache die mir immer ganz besonders auffällt wenn ich in der Vergangenheit Anschreiben von Coaching Kunden in der Hand hatte, war das die sehr sehr stark aus der Ich Brille geschrieben sind. Mach dir mal das vergnügen und lies in deinem letzten Anschreiben einmal wie oft du das wort ich benutzt, und frag dich mal wenn du in den Schuhen der anderen Seite stecken würdest, wie attraktiv du dieses Anschreiben aus anderer perspektive finden würdest selber. Meistens wirkt es sehr ich bezogen dadurch natürlich. das steckt in der Natur der Sache. Wenn man nur von sich selber spricht, man meint dann man kommuniziert seine Motivation in dem man schreibt, ich bin begeistert vom Unternehmen, ich kann mir gut vorstellen, dass das gut passt, weil ich schon so und so viel, das und das gemacht habe. Ich gebe alles und ich habe auch schon dies und das gemacht. Natürlich muss man über sich sprechen, aber oft wird das Gegenüber, der Counterpart quasi so empfinden, dass die eigenen Anforderungen außen vor gelassen werden, also die Wünsche des Unternehmens zu kurz kommen. Dieses Bezug nehmen, dieses zeigen ich bin empathisch, zu verstehen, war du eigentlich brauchst und dir zu zeigen, das ich das eigentlich habe und mitbringe, das ist glaube ich die Kunst da drin. Vielmehr vom Du zu reden “was Sie brauchen, habe ich verstanden und das bringe ich mit um Ihnen zu helfen”. Ich glaube dieser, naja, ein Stück weit auch die Angst sich immer unter Wert zu verkaufen, weil man sich zu sehr dann anbietet. Ich weiß garnicht genau was es da ist, es ist eigentlich erstmal ein Angebot machen. Es ist viel mehr als um etwas zu fragen, ein Angebot zu machen. Ich bringe dir etwas mit und ich möchte mit dir ins Gespräch kommen, und dann gucken wir mal weiter. Dieses Selbstvertrauen zu haben, wenn die mich einladen, wenn ich diesen Job bekomme, dann werde ich schon nicht zu kurz kommen, weil darauf werde ich dann später im Vorstellungsgespräch in den Verhandlungen schon achten. Aber in diesem Moment, was ist denn eigentlich das Ziel von so einem Anschreiben? Es ist doch eigentlich nur wichtig, eingeladen zu werden zu einem persönlichen Gespräch und dann ins Detail zu gehen und zu gucken, was ist für mich drin. Aber dieses Ziel erstmal zu überzeugen, zu verkaufen, das muss im Fokus stehen. Und ich glaube, dass das viele Bewerber aus dem Blick verlieren in dieser Bittsteller Position.

Und leider oftmals in diese Floskeln verfallen, die halt schon tausendfach gebraucht wurden. Worauf ich achten würde, wäre immer die Erklärung, warum man für etwas brennt oder dafür begeistern kann. Also ich denke jetzt wieder an das Fahrrad Thema, und da haben Leute wirklich von ihrer dreimonatigen Fahrradtour durch Südeuropa berichtet und sagen einfach Fahrrad ist meine Leidenschaft und das mit der Arbeit zu verbinden, wäre einfach grandios und würde ich mich wahnsinnig drüber freuen…

Top Argument würde ich sagen….

Naja, es hebt sich erstmal ab von der Masse. Man kriegt n bisschen mehr, ah, da ist jemand der abenteuerlustig ist, der traut sich was zu, der hat Ausdauer, solche Bilder kommen schon dann in mir auf.

Ja, und ein Beweis dann aber auch, er meint das auch wirklich ernst. Er sagt nicht nur er fährt gerne Fahrrad oder mag Fahrräder, sondern hat es auch schon einmal gemacht..

Da stand auch wirklich sowas wie, ich habe den Keller voller Fahrräder und Leute in meinem Bekannte und Freundeskreis wissen, man kann mich anrufen, ich habe für jeden immer das fehlende Ventil oder so.. In dem Fall war das sehr einfach, es gibt auch andere Projekte, wo ich gerade dann denke, wo das sehr offensichtlich war, weil man sich Produkte Bestimmt damit identifizieren konnte. Gehts hier um Softwareunternehmen oder B2B Lösungen, natürlich ist das dann manchmal etwas schwieriger, dann diesen Link zu legen. Aber vielleicht gibt es da persönliche Beziehungen, vielleicht kennt man jemanden, vielleicht hat man ein Video vom Produktmanager auf Youtube gesehen und hat sich dadurch angesprochen gefühlt. Man muss da vielleicht einfach ein bisschen recherchieren, auch zum Unternehmen. Wo resoniert das auch mit mir, worauf spring ich an und warum will ich das? Und wenn da nichts kommt, dann ist das auch eine Aussage. Und dann heißt das vielleicht auch, dass das nicht der Job ist auf den ich mich wirklich bewerben will. Und wenn man es trotzdem macht mit einem Standardanschreiben und seinen Lebenslauf, den man schon an 20 andere geschickt hat, unverändert, dann muss man sich vielleicht auch nicht wundern, wenn man dann vielleicht die 21. Absage kassiert.

Oder den 08/15 Job der nicht alles Mögliche in einem auslöst. Wobei man muss auch sagen, dass darf ja auch legitim sein. Es gibt ja immer Phasen im Leben, da geht es auch nicht einfach so darum die Leidenschaft im Job zu finden, da braucht man einfach n Job für ne Weile und sein Einkommen und dann ist auch gut, ne?! Das ist kein Urteil dagegen, wenn man einfach seinen Job macht, das ist völlig legitim.

Ja, ein Job darf auch ein Job sein der die Butterbrote bezahlt. Alles gut. Aber gleichzeitig wünschen sich, wenn man jetzt in die Position der Arbeitgeber rein geht, wünschen sich diese natürlich auch Mitarbeiter, die ein gewisses Interesse, eine gewisse Motivation mitbringen für ein Unternehmen. Gerade wenn man neu einstellt, wünschen sich Arbeitgeber schon Mitarbeiter, die sich mit dem Laden identifizieren können, und sagen können “hier habe ich auch Bock mich mit rein zuhängen”. 

Oder zumindest eine Fantasie entwickeln dafür, was das mit Ihnen zu tun haben kann.

Im mindesten Fall.

Ja, ja, und das ist auch diese Vorbereitung, gerade im Anschreiben sich da rein zu hängen und auch mal zu gucken wo ist denn da etwas das mich begeistern könnte, das gehört schon mit zur Vorbereitung dazu. Das ist schon eine Wertschätzung dem Unternehmen gegenüber.

Wir müssen zum Ende kommen. Wir müssen aber noch eine Quellenangabe machen. In unserem Podcast Folge 1, haben wir gesagt im Zusammenhang mit der Frage “Wie schaffe ich es gut auszusehen in einem Videointerview”, das Licht muss stimmen. Und wir haben gesagt “Licht, Licht, Licht”, sowie bei Immobilien Lage, Lage, Lage. Und uns ist wieder eingefallen, wo das wieder herkam. Nämlich aus einem anderen Podcast von Barbara Schöneberger – Mit den Waffeln einer Frau” und einmal war Ina Müller zu Besuch mit einer hervorragenden Folge, wo wir schallend gelacht haben und das war ein Zitat aus diesem Podcast.

Genau!

Dann haben wir das auch geklärt.

Ich glaube wir sind rund. Worüber reden wir beim nächsten Mal? Ich glaube wir wissen es noch nicht, aber uns fällt schon wieder was Gutes ein. Wir haben eine ganz Liste voll.

Wir haben die Auswahl noch nicht getroffen, aber es wird ganz spannend.Wir wünschen Euch in der Zwischenzeit ganz viel Erfolg bei allem was ihr anpackt, falls Euch die Folge gefallen hat würden wir uns über eine positive bewertung auf itunes, spotify und anderen Kanälen freuen und sagen bis zum nächsten mal!

Stay tuned!

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