Warum Weiterbildung wichtig ist – und Dich trotzdem nicht automatisch weiterbringt

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Ist Weiterbildung wichtig? Die simple Antwort darauf lautet: JA! Aber ist Weiterbildung pauschal eine Garantie dafür, beruflich weiterzukommen und erfolgreich im Job zu sein? Leider nein.

Unsere Wissensgesellschaft gibt uns gerne das Gefühl, immer einen Schritt hinten dran zu sein. Irgendjemand weiß immer mehr und hat eine „bessere“ Aus- oder Weiterbildung im Portfolio. Kurzum: Das ist der Stoff, aus dem schlaflose Nächte gemacht sind!

Es wäre zum Verzweifeln, wenn wir nicht die Option hätten, die Kirche im Dorf zu lassen, erst einmal tief durchzuatmen und das Thema von einer ganz anderen Seite anzugehen.

Der Weiterbildungsmarkt

Im Jahr 2020 gab es rund 15,19 Millionen Personen in der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahren, die besonderes Informationsinteresse an beruflicher Weiterbildung hatten (Quelle: Statista). Wie immer liegt die Dunkelziffer wahrscheinlich darüber und erstmal ist das natürlich eine gute Nachricht.

Aber Weiterbildung ist damit auch ein wirklich guter Markt für profitorientierte Anbieter, weswegen das Angebot unfassbar groß ist und die Werbeversprechen oftmals denen der Diät Industrie gleichen: Jetzt buchen, wenn Sie beruflich nicht den Anschluss verlieren wollen!

Dieses Versprechen einer „sicheren Bank“ kann zu einem Weiterbildungsaktionismus – oder zur Schockstarre – führen, bei dem der wichtigste Punkt in Vergessenheit gerät:

Es geht nicht um das Wissen allein!

Wir sprechen regelmäßig Menschen, die Weiterbildungen belegen, als würden sie dafür bezahlt werden. Sich für einen Kurs entscheiden, sich einschreiben und den langen Atem für Hausarbeiten und Lernen mitbringen macht ihnen überhaupt nichts aus. Und nicht falsch verstehen, grundsätzlich finden wir das großartig und empfinde großen Respekt für jede Denkleistung.

ABER am Ende des Tages kommt es darauf an, zu verstehen, wofür das ganze Wissen eingesetzt und genutzt werden soll. Wo erfüllt es einen Dienst? Wie kann es die Welt, Deine Arbeit oder Dich selber zum Besseren verändern? Oder Dir gar zum nächsten Karriereschritt verhelfen?

First things first!

Eine Weiterbildung kann also eine großartige Sache sein, aber sie bringt Dir beruflich gar nichts, wenn Du nicht weißt, was Du damit anfangen willst, oder wenn das erworbene Wissen schlichtweg nirgendwo gefragt ist. Zumindest nicht unmittelbar, dabei ist das die Hoffnung, die viele sich Weiterbildende in sich tragen. 

Entsprechend sollte am Anfang nicht die Frage stehen: „Welche Weiterbildung soll ich machen – und bei welchem Anbieter?“ sondern die Frage: „Was möchte ich mit dem gewonnenen Wissen eigentlich erreichen?“

Der Grund, warum viele Menschen diesen Schritt überspringen ist, dass es viel einfacher ist, eine Weiterbildung zu buchen oder sich für einen weiteren Studiengang einzuschreiben, als in die Innenschau zu gehen und die eigenen Ziele zunächst zu hinterfragen.

Ein Weiterbildungsangebot wahrzunehmen ist zunächst eine Form von Konsum. Der Mehrwert entsteht erst durch den Einsatz des gewonnenen Wissens.

Weiterbildung in der Bewerbung

Nicht selten sehen wir Lebensläufe, in denen die Anzahl an Weiterbildungen die Berufserfahrung übertrifft. Aber was ist von diesen Weiterbildungen hängen geblieben? Wie wurde das Wissen eingebracht in den jeweiligen Job oder die Wahl des nächsten Arbeitgebers? Wie hat es die Arbeitsweise, die Persönlichkeit, das Weltbild oder das Kundenverständnis zum Positiven verändert?

Viel hilft nicht automatisch viel. Bitte vergiss‘ das nie!

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Wie es besser geht

Wie sinnvolle Weiterbildung geht, lässt sich beispielsweise von guten Softwareentwicklern lernen. Sie sind mit ihrer Weiterbildung niemals fertig, sondern orientieren sich immer an dem aktuellen Problem, das gerade gelöst werden muss und am aktuellen Programm, das gerade die Herausforderungen am besten meistert. Sie empfinden es als Herausforderung, sich neue Programme oder Programmiersprachen zu erschließen, nicht um des Wissens willen, sondern aufgrund der Lösungsversprechen für bestehende Probleme und Aufgaben, die sich dahinter verbergen:

Problem => Lernen, wie das Problem zu lösen ist => Problem lösen

Neben der absoluten Praxistauglichkeit verspricht diese Herangehensweise übrigens auch einen Haufen intrinsische Motivation – also die Art von Motivation, die man nicht mit Geld kaufen kann. Deswegen hat man bei Programmierern auch oft das Gefühl, dass sie nicht nur irgendeinen Job machen, sondern in ihrem Thema aufgehen. Sie wissen einfach warum sie das tun, was sie tun!

Probleme gibt es aber nicht nur in der IT, sondern in nahezu jedem denkbaren Fach auf der Welt. Die Frage ist, für welches Fach entscheidest Du Dich? Welche Probleme möchtest Du lösen, welche Herausforderungen angehen?

Fazit

Natürlich prägt Wissen darüber hinaus in vielerlei Hinsicht. Es kann uns intelligenter, umsichtiger, erkenntnisreicher machen. Aber dann ist es nicht so sehr eine berufliche Weiterbildung, sondern ein Beitrag zu unserer persönlichen Entwicklung, absolut zu befürworten und eine Bereicherung – aber kein Versprechen auf einen besser bezahlten oder anspruchsvolleren Job!

Die Frage ist also immer: Warum willst Du überhaupt eine Weiterbildung machen? Was versprichst Du Dir davon?

Egal, ob Du sie für Dich selber oder konkret für Dein berufliches Weiterkommen machst, wertvoll ist sie nur dann, wenn Du sie selber mit Leben füllst – und das Gelernte auch ein- und umsetzt.

In diesem Sinne: viel Erfolg bei allem, was Du anpackst und bis nächste Woche
Laura & Cathrin

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